Cuxhaven – Ro­den­kir­chen

Sonntag, 03. August bis Mittwoch, 13. August 2008; 593 km

Das norddeutsche Tiefland wird allen meinen Klischees gerecht. Es hat wieder stürmischen Gegenwind, die Straßen gehen kerzengeradeaus, es regnet des Öfteren und ich werde vier Mal nass. Highlights sind die Städte, in meinem Fall also Bremerhaven. In Bremerhaven ist es aber eigentlich auch nur die Fähre. Die Stadt macht auf mich einen etwas trostlosen Eindruck. Übernachten will ich auf dem Campingplatz in Dangast. Ich radle auch dorthin, es regnet aber dauernd, unmittelbar an der Küste wird das Wetter auch nicht besser. Also kehre ich um und fahre weiter nach Varel. Es ist 20.00h. In Varel sind die Bürgersteige bereits hochgeklappt. Ich habe großes Glück gerade noch im Hotel „Burg-Hohenzollern“ unterzukommen (das Hotel kann ich als Unterkunft für Radfahrer vorbehaltlos empfehlen). Nach diesem tristen Regentag (heute hatte ich zeitweise kalte Füße) ein wirklicher Glücksfall, bis jetzt das beste Hotel auf der ganzen Tour. Trotz der gestrigen Anstrengungen (175 km) habe ich die auch die heutigen 141 km ganz gut überstanden.

Den nächsten Tag kann ich trotz des weiterhin miesen Wetters locker angehen, da in Moormerland ein eintägiger Zwischenstopp geplant ist. Ich bin noch einen kleinem Umweg über Wiesmoor zwecks Verwandtenbesuchs geradelt. Leider war die Mühe umsonst, die Verwandte ist im Urlaub. Bereits um 15.00h bin ich auch schon Moormerland und habe am nächsten Tag Radfahrurlaub.

Ein nächster Zwischenstopp ist in Lünne geplant. Das liegt etwa 130 Radkilometer von Moormerland entfernt. Vorgesehen ist zunächst eine Übernachtung im Zelt auf halber Strecke. Die habe ich aber schon um 14.00h abgefahren. Den ganzen Nachmittag will ich nicht auf einem Campingplatz vertrödeln, also auf nach Lünne. Bis auf die Fahrt entlang des Dortmund-Ems-Kanals gibt die Strecke nicht viel her. Sie verläuft in großen Teilen hinterm Deich, interessanter ist es da schon entlang der kerzengeraden Bundesstraßen. Das Wetter ist wieder besser, es hat nur noch Gegenwind.

In Lünne mache ich dann eine richtig lange Radfahrpause, vier Tage zum Ausruhen. Die ersten Tage tun richtig gut, bald sehne ich mich aber auf den Sattel zurück.

Die nächste Etappe führt mich nach Dinslaken (164 km), wieder hauptsächlich entlang von Bundesstraßen. Es ist kalt, regnet häufig und hagelt auch. Angeschaut habe ich mir heute nichts, auch nicht in Wesel. Ab Wesel suche ich einen Campingplatz, kann aber keinen finden. In Duisburg ist auch kein Zimmer aufzutreiben. Schließlich lande ich in einem Hotel am Bahnhof in Dinslaken. Das ist soweit auch in Ordnung. Abgesehen von dem ganztägigen Sturm und dem Hagel ist der heutige Höhepunkt die riesige Pizza zum Abendessen.

Die Wettervariante am nächsten Tag ist nicht besser. Es regnet zwar nicht mehr so häufig, hat aber starken Gegensturm. Und bis Neuss kann ich keinen Radweg entlang des Rheins finden und fahre wieder hauptsächlich entlang von Bundesstraßen. In Rodenkirchen finde ich einen schönen Campingplatz für die nächste Übernachtung.