Dresden – Havel­berg

Montag, 28. Juli bis Mittwoch, 30. Juli 2008; 434 km

Der Campingplatz Rehbocktal bei Klipphausen liegt ideal und ist sehr ruhig. Auffällig ist die Kasse. Für die wurde viel Metall verarbeitet. Wenn die Schublade zugeschoben wird, bebt die Erde. Neben dem Campingplatz wird in einem Gasthaus ein deftiges Abendessen gereicht. Der angeschlossene Kiosk bietet zudem noch ein reichhaltiges Frühstück an. Mehr ist fast nicht möglich.

Die Fahrt am nächsten Tag lässt auch keine Wünsche offen. Das Wetter ist warm, trotzdem ist es aber angenehm frisch, der Weg geteert und ein lauer Rückenwind weht. Fürwahr das Elbetal kann lieblicher nicht sein. Allzulange währt das Glück aber nicht, der Radweg wandelt sich in einen ungeteerten Wanderweg, zur Belohnung gibt es zwar die eine oder andere tolle Aussicht, das Fahren ist hier aber außerordentlich unangenehm. Später überholen wir einen älteren Herrn, der auch auf großer Fahrt ist. Den sollte ich am Abend auf dem Campingplatz wieder treffen.

Wir fahren rechtselbisch. Dort verläuft ein nur örtlich ausgeschilderter Radweg. Leider kann ich es nicht lassen und bin voraus gefahren. Irgendwo muss ich dann ein Wegzeichen übersehen haben und war bald mitten in der Graslandschaft. Den Weg nach Torgau zu finden. war leicht, aber nicht die beiden Kollegen, auf die ich dann 1,5 Stunden gewartet habe, sie sind nie wieder aufgetaucht, obwohl sie doch auch den Elberadweg fahren wollen. Am späten Nachmittag treffe ich stattdessen 2 junge Radfahrer aus dem Erzgebirge. Die radeln auch flussabwärts, allerdings etwas schneller als ich. Ich werde sie trotzdem wiedersehen.

Auf dem Campingplatz bei Mahlitzsch übernachtet auch der ältere Herr, den wir vormittags überholt hatten. Er ist etwas mürrisch und bereut, die Tour gefahren zu sein, da sie, wie er sagte, in großen Teilen durch die Pampa und nicht entlang der Elbe führe. Ich selbst finde das nicht so problematisch. Nach einem Bier geht es ihm wieder besser.

Der nächste Morgen beginnt schon wieder mit einem üppigen Frühstück auf dem Campingplatz. Die anschließende Fahrt führt, bei sehr heißem Wetter, überwiegend durch Felder und Wälder. Sehr schön ist es um Dessau: nicht nur wegen der Kühle in den Wäldern, die Landschaft ist hier mit Kultur angereichert. Einen Campingplatz für die nächste Übernachtung finde ich am Plattensee in Dannigkow. Dort mache ich die Bekanntschaft mit einen netten Radler aus Bremen und zusammen haben wir zu Abend gegessen.

Die Strecke von Dannigkow nach Havelberg radele ich im ersten Teil sehr gemütlich. Bald ist Magdeburg erreicht und der Weg führt weiterhin flach entlang der Elbe. Es ist auch nicht mehr so heiß wie gestern. Am Nachmittag treffe ich wieder auf den Radfahrer aus Bremerhaven, dem ich schon zur Mittagszeit begegnet bin. Seine Ausrüstung ist beneidenswert, alles vom Teuersten. Wir fahren zusammen über zwei Stunden ein etwas schnelleres Tempo. Obwohl ich meist voraus fahre ist er dann wegen des schnellen Tempos sauer und wir haben uns vor Bilberge getrennt. Er ist auf den Campingplatz bei Wischer gefahren und ich weiter in hohem Tempo in Richtung Werben. Bald weist ein Schild darauf hin, dass die Fähre in Werben außer Betrieb ist. Ersatzweise bin ich mit der Fähre bei Sandau übergesetzt und von dort bis Havelberg geradelt. Die Überraschung auf dem Campingplatz ist für alle groß: Ich treffe den Radfahrer aus Bremen und die 2 Erzgebirgler wieder. Insgesamt waren es heute, trotz der gemütlichen Fahrt am Vormittag, doch 157 km, die ich zurückgelegt habe.