Heimreise und Fa­zit

Delta Airlines verkauft im Flughafen von Vancouver (und wahrscheinlich weltweit) Kartons als Transportverpackung für Fahrräder. Einen solchen Karton will ich mir diesmal besorgen. Aber wie komme ich zum Flughafen und mit dem Karton wieder ins Hotel zurück? In Vancouver natürlich mit dem öffentlichen Nahverkehr. Hin- und Rückfahrt sind mit einem Ticket für 2,25$ bezahlt. Bei jeder Fahrt muss ich nur einmal umsteigen.

Um die Anzahl der Gepäckstücke zu reduzieren habe ich mir einen weiteren Karton besorgt und in diesem die beiden Satteltaschen verpackt. Das Reisen mit den Kartons erregt zwar etwas Aufsehen, erfüllt aber immer seinen Zweck.

Meine beiden Karton und ich werden vom Hotel-Shuttlebus zum Flughafen gebracht. Damit sind alle logistischen Probleme gelöst.

Warum ist die Radtour gescheitert?:
  • Ein Fehler war es die Tour alleine fahren zu wollen. In der Gruppe lassen sich die Herausforderungen auf mehrere Schultern verteilen und dadurch leichter bewältigen. Optimal wäre auch, wenn mindestens ein Mitglied der Gruppe ein US-Amerikaner wäre, da die „feinen“ Unterschiede zwischen den USA und Deutschland doch größer wie vermutet sind.
  • Die geplante Wegstrecke von ca. 105 km pro Tag war zu lang, da passende Übernachtungsmöglichkeiten meist schwer zu finden sind. Die Distanz würde ich planerisch auf 80 km reduzieren.
  • Über die Übernachtungsmöglichkeiten wurden keine Informationen vorab eingeholt. Diese Plätze wurden am Tag zuvor oder am Morgen spontan ausgesucht. Einige dieser Plätze erwiesen sich mehr als fragwürdig.
Anmerkungen – „Erkenntnisse“:
  • Die Reise war für mich, trotz des Scheiterns der Radtour, lohnenswert. Ich bin quer durch die USA gefahren und habe jetzt mit eigenen Augen einen „Querschnitt“ des Landes gesehen.
  • Eine Infrastruktur zum Radfahren ist im Südosten der USA kaum auszumachen. Im Nordwesten übertrifft sie teilweise die europäische.
  • Der französische Einfluss in den USA ist stärker zu spüren, als erwartet.
  • Die Menschen waren fast immer freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend.
  • Was nicht verboten ist, ist erlaubt und wird oft realisiert, auch wenn es Andere beeinträchtigt.
  • Die Klimaanlagen sind häufig so eingestellt, dass man in Sommerkleidern in den Räumen friert.
  • Die „Behandlung“ von Ureinwohnern wird auf den Schautafeln am Natchez-Trace offen dargestellt. Das Interesse daran scheint nicht besonders groß zu sein.
  • Im Südosten, abnehmend nach Nordwesten, sind viele Straßenränder und Plätze stark vermüllt, obwohl teilweise hohe Freiheitsstrafen dafür angedroht werden.
  • Einmal in den USA, ist man ein freier Mensch. Es gibt kaum Kontrollen, auch an vielen sensiblen Orten nicht.
  • Die Dichte der Kirchen ist beeindruckend, vermutlich bedingt durch die Vielzahl der Glaubensgemeinschaften.
  • Das Land ist stärker zersiedelt als erwartet, vermutlich eine Folge des Homestead-Act.
  • Die Radtour würde ich so nicht wiederholen. Wenn, dann nur in einer Gruppe, in der mindestens ein US-Amerikaner mitfährt.