Luxemburg – Wald­kirch

Mittwoch, 26. August, bis Freitag, 28. August 2009; 363 km

Weiter führt die Route in Richtung Metz durch mehr oder weniger malerische und hügelige Landschaften, teilweise sogar auf ausgewiesenen Radwegen. Das ändert sich ab Thionville. Dort treffe ich auf eine öde Industrielandschaft. Um dem starken Straßenverkehr zu entgehen radle ich an der Moselle entlang. Man hat mir gesagt, dass der Radweg nach ein paar Kilometer enden würde, dort aber ein Übergang über die Moselle zur Nationalstraße sei. So kommt es dann auch. Nur ist der Übergang der Aufenthaltsort einiger Jugendlicher. Um auf die andere Seite zu gelangen muss ich Rad und Gepäck getrennt hinübertragen. Ich war mir unsicher, wie die Jungendlichen darauf reagieren. Schließlich wäre es ein Leichtes für sie gewesen das Gepäck ins Wasser zu werfen, während ich das Rad hinüberbringe. Ich habe Glück und kann ohne Verluste weiterfahren.

Auf dem Campingplatz in Metz kann ich abends endlich mein Zelt trocknen. Am Morgen musste ich es schon wieder klatschnass einpacken, da es auf dem Campingplatz in Septfontaines einfach nicht trocknen wollte. Auf dem Campingplatz in Metz habe ich nach langer Zeit auch wieder Radreisende getroffen, ein älteres Ehepaar aus Aachen und einen Mann, der am Verdon und in den Alpen war.

Der nächste Tag lässt wenige Wünsche offen. Es ist ein herrlicher Sonnentag, und die Strecke ist für Radfahrer abwechslungsreich. Die Steigungen sind für mich richtig dosiert. Fast hätte ich noch einen großen Fehler begangen. Ich fahre am Ufer des Marne-Rhein-Kanals entlang und will zuerst auf den Campingplatz bei Henridorff. Henridorff liegt auf einer Anhöhe. Der übernächste Campingplatz in Saverne ist noch rund 15 km entfernt. Obwohl ich schon über 100 km gefahren bin, entschließe ich mich kurzfristig doch für den Platz in Saverne. Kurz nachdem ich den Abzweig nach Henridorff passiert habe, fahre ich am Campingplatz Henridorff vorbei. Der liegt gar nicht auf der Anhöhe, sondern unten im Tal. Glück gehabt.

Gleich am Ortsrand von Saverne frage ich eine Frau nach dem Campingplatz. Sie empfiehlt mir eine Abkürzung. Die Frau hat mich auf das steilste Stück der ganzen Tour geschickt. Ihre Angaben waren aber richtig.

Am nächsten Tag bin ich bis Strasbourg am Kanal entlang gefahren. Von Strasbourg bis Waldkirch sind es dann noch so 90 km. Über beide Teilstücke gibt es nichts Besonderes zu berichten.

Fazit:
  • In Frankreich ist es kein Problem genau alle 100km einen Campingplatz zu finden.
  • Das Netz der Eurovelo-Radwege ist noch wenig ausgebaut und existiert hauptsächlich in den bekannten Touristenregionen.
  • Gleichmäßig weite Tagesetappen sind weit weniger anstrengend als ungleichmäßige bei gleicher Gesamtkilometerleistung.
  • Trampen mit Radreifen klappt immer.
  • Für derart lange Touren lohnt sich eine hochwertige Ausrüstung.
  • Das Befahren von Fluss- oder Kanalufern ist wegen fehlender Steigungen nach wenigen Tagen langweilig.