Penzance – Bourne­mouth – Wald­kirch

Samstag, Sonntag, 24. und 25. Juli 2006

30 km – insgesamt zurückgelegte Strecke: 1,946 km

Für den Samstag ist die Zugfahrt nach Bournemouth und Sightseeing geplant. Zuerst geht’s zum Bahnhof, dessen Vorplatzbepflanzung einen recht südländischen Eindruck macht:

Ich hatte mich vorher nicht nach der Zugfahrt erkundigt und rechnete mit einer 2-3-stündigen Fahrt. Etwas überrascht war ich als man mir den Fahrplan gab:

PENZANCE EXETER ST DAVIDS 10:53 13:55
EXETER ST DAVIDS SALISBURY 14:10 16:15
SALISBURY SOUTHAMPTON 16:30 17:01
SOUTHAMPTON BOURNEMOUTH 17:24 18:05

Damit hatte nicht gerechnet aber glücklicherweise einen Zeitpuffer.

Über ein B&B in Bourn­mouth gibt es nichts zu berichten. Trotz stundenlanger Suche finde ich kein freies Zimmer. Hier ist eine Wochen­end­ver­anstaltung und nur noch die sehr teuren Hotels haben freie Zimmer. Das war der Schlaf für ein paar Stunden nicht wert und ich habe auf einer harten Bank im Flughafen übernachtet.

Das Fahrrad habe ich in eine Schrumpffolie verpackt, die ich auf Nachfrage in einem Supermarkt in Penzance geschenkt bekam (ich wollte sie eigentlich kaufen). Die Aufgabe dieses Gepäckstücks für den Flug war dann etwas problematisch. Es fing damit an, dass man mir sagte, dass solches Gepäck gar nicht transportiert wird. Nach vielem Hin und Her und schon grimmigen Blicken der Passagiere hinter mir in der Schlange geht es dann doch und ich darf das Rad persönlich bei der Security-Kontrolle abgeben.

Abflug mit Air Berlin ist um 16:40h und die Ankunft in Paderborn um 19:05. Das Fahrrad erhalte ich wohlbehalten wieder zurück und fahre mit einem Leihwagen nach Waldkirch. Die Ankunft ist mitten in der Nacht um 2:00h. Aber ich bin wohlbehalten wieder zurück.

Fazit:

Zwei Vorurteile muss ich aufgeben, denn:

  • die Briten sind sehr hilfsbereite und offene Leute, die großes Vertrauen in Fremde haben. Bei uns ist das in der Form unbekannt. Besonders aufgeschlossen sind die Leute in den Gegenden, in die wenig Touristen hinkommen
  • das Britische Wetter ist wesentlich besser als sein Ruf, nur eben sind die Temperaturen deutlich tiefer als bei uns.

Unterschätzt habe ich die Steilheit und Menge der Hügel sowie die relativ großen Entfernungen zwischen besiedelten Gebieten in Schottland. Insbesondere diese großen Entfernungen können bei schlechtem Wetter zu einem Problem werden (light luggage).

B&B’s um größere Städte sind teilweise knapp oder gar nicht vorhanden. Da sollte man rechtzeitig reservieren.

Wenn irgend möglich nur Nebenstraßen benutzen. Das dauert zwar länger, aber das Erlebnis ist intensiv und das Fahren auf den A-Roads ist meist sehr riskant.

Diese Tour war ein tolles Erlebnis es wurde nicht langweilig und jeder Tag brachte neue Überraschungen, ich habe da mehr Langweile und Eintönigkeit erwartet. Sie ist aber ohne Rückenwind relativ anstrengend und nur mit ausreichendem Training empfehlenswert.

Zu kulturellen Unterschieden sei noch am Rande erwähnt: In jedem Dorf gibt es ein Public-WC. Da dies für Radfahrer äußerst hilfreich ist, habe ich über den Zustand dieser Örtlichkeiten einen repräsentativen Überblick. Sie sind in Großbritannien sehr gepflegt, äußerst sauber, voll funktionstüchtig und immer kostenlos. Es gibt da auch keine Löcher in Türen oder Wänden und keine abstrakten Malereien. Was das angeht haben die Briten eine beispielhafte und hochentwickelte Leitkultur, leider wird sie in Europa sehr selten nachgeahmt oder ist gänzlich unbekannt.

Karten:

Ordnance Survey Travel Map Nr. 1, 3, 4, 6, 7 in Städten nicht ausreichend, aber durch Fragen fragen kompensierbar.

Anmerkung zum Fragen:

Das Wort, das ich am meisten hörte war roundabout (Kreisverkehr). Round about hundreds of times.

Tageskilometertabelle