Rodenkirchen – Wald­kirch

Donnerstag, 14. August bis- Sonntag, 17. August 2008; 527 km

Das Frühstück kaufe ich mir im Laden auf dem Campingplatz in Rodenkirchen. Für 3 kleine Butterstückchen, 2 Marmeladebecherlein, 1 Kaffeebecher, 2 Brötchen und 1 Croissant wurden zunächst 6,50 € verlangt. Nach Protest reduzierte sich der Preis auf 4 €, immer noch nicht besonders preiswert. Für dieses Geld habe ich auf anderen Campingplätzen während der Radtour schon ein üppiges Frühstück, vergleichbar einer Hauptmahlzeit, serviert bekommen.

Ab Bonn zeigt sich das Rheintal dann von seiner landschaftlich schönsten Seite. Auch der Wetter ist heute gnädig, teilweise weht der Wind aus nördlicher Richtung und es klart zunehmend auf.

Die nächste Übernachtung ist auf dem Campingplatz bei St. Goar. Der hat einen kleinen extra Rasenplatz für Zelte, den ich mir mit 6 Damen teile, drei sind auch mit dem Rad unterwegs und die anderen drei wandern. Dieser Campingplatz ist für Radreisende am Rhein sehr zu empfehlen, obwohl die Anfahrt mit einer kleinen Steigung verbunden ist.

Das Wetter wird am nächsten Tag noch besser, strahlt der Himmel strahlt zeitweise in herrlichem Blau. Das Rheintal bietet hier einige bauliche Höhepunkte, wie eine Unmenge von Burgen. Ansonsten ist aber die Tour bis Ludwigshafen wenig ereignisreich. Ludwigshafen fällt bei der Tour etwas aus der Reihe, da es ohne Detailkarte schwierig zu durchqueren ist, vermutlich bin ich da einige Umwege gefahren. Mein heutiges Ziel ist der Campingplatz bei Altrip. Die Sanitäranlagen sind dort versifft, ich habe es vermieden beim Duschen die Wände zu berühren. Eine gewisse Entschädigung ist das Abendessen und Frühstück im Weißen Rössel, Hausmannskost und preisgünstig. Auf dem Campingplatz selbst wird die halbe Nacht lautstark gefeiert. Das waren Leute mit osteuropäischem Akzent, die sich einen Dreck um die übrigen Gäste scheren. Erst um 3:00h wird es ruhiger.

Dichter Nebel hängt am nächsten Morgen über dem Campingplatz. Das Zelt packe ich einmal mehr klatschnass ein. Als Aufmunterung gib es dann das schon erwähnte Frühstück mit 4 Spiegeleiern.

Die Weiterfahrt entlang des linken Rheinufers ist eine gelungene Überraschung. Mit einer solch reizvollen Landschaft habe ich hier nie gerechnet. Das änderte sich dann leider nach dem Wechsel auf die rechte Rheinseite bei Rastatt.

Die letzte Übernachtung auf der Tour ist auf dem Campingplatz bei Stollenhofen. Auf den bin ich zufällig gestoßen. Es war der Teuerste, aber auch der Beste, am Abend gab es beispielsweise Tanzmusik.

Was ist mir aufgefallen?
  • Auf den bekannteren Radrouten, wie Donauradweg, Elberadweg etc. ist es sehr abwechslungsreich, da man dauernd mit anderen Radfahrern in Kontakt kommt.
  • Die landschaftlich interessantesten Teilstücke sind zwischen Brünn und Kutna Hora sowie um Havelberg entlang der Elbe. Dort ist alles mehr naturbelassen.
  • Prag scheint Radfahrer nicht zu mögen. Eine Beschilderung der „großen“ Radwege um Prag war nicht vorhanden.
  • Ganztägige Regenfahrten sind klein Problem, solange der Oberköper trocken bleibt und die Temperatur nicht unter 15 Grad Celsius sinkt.
  • Die kostenlosen Reiseführer für den Donau- und Elberadweg sind völlig ausreichend. Einfache Straßenkarten für die übrigen Strecken meist auch. Hilfreich ist es, wenn Campingplätze verzeichnet sind. Für Städte sind Straßenkarten meist unzureichend. Da hilft nur fragen, was ab er lästig ist.
  • Etwas Vergleichbares zum Donau- oder Elbradweg gibt es offenbar für den Rhein nicht. Der ist, trotz der durchaus vorhanden Radwege für Radfahrer sehr dürftig erschlossen.