Tag 1: Inverness – Thurso

Samstag, 10. Juni 2006; 85 km – bis jetzt: 100 km

Ø-Geschwindigkeit: 13,8 km/h

Das erste englische Frühstück: Cerealien (Cornflakes, Müsli etc.) mit Milch, Orangensaft, dann der Hauptgang: Spiegelei, Pilze, Bohnen in Tomatensoße, gebratene Tomaten und Wurst, frittiertes Brot, Toastbrot und als Nachtisch: Toastbrot mit Butter und Marmelade und dazu Tee oder Kaffee. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber bis auf die Bohnen und die Wurst mit dem kontinentaleuropäischen Geschmack durchaus verwandt.

Is(s)t man in Inverness, ist man in der Hauptstadt der Highlands, aber noch lange nicht am nördlichsten Punkt des Festlandes. Es geht also weiter mit dem Zug: 10:39 h Abfahrt nach Wick. Ich war früh auf dem Bahnhof und kam mit einigen anderen Reisenden ins Gespräch. Da hörte ich zum ersten Mal, was ich mir noch des Öfteren anhören musste: „You have very light luggage‘. Nach dem dritten Tag konnte ich diese Meinung dann nachvollziehen.

Auf der Fahrt gibt es tatsächlich noch ungeschweißte Schienen (klack-klack, klack-klack. …), das Geräusch kenne ich aus meiner Jugendzeit. Ankunft in Wick um 15:00 h!!

Das Wetter war etwas diesig, kühl und sehr windig, aber meist Rückenwind. Ab John o’Groats lässt der Wind dann endlich nach. John o’Groats ist der eigentliche Startpunkt meiner Tour. Als potenzieller „e2e-er‘ kann man sich da in einer Hotelbar in einen dicken Wälzer eintragen – ich fand das ganz feierlich und habe einen Zweizeiler auch andächtig und artig reingeschrieben. Eine weitere Kuriosität ist der nördlichste, amtliche Fotograf am Wegweiserpfosten (auf dem Bild ist er nicht zu sehen).

Thurso war bald erreicht und es war Zeit das erste B&B zu suchen. In Thurso selbst waren diese belegt oder direkt an der Hauptstraße. Außerhalb von Thurso in Scrabster fragte ich wieder in einem B&B nach, es war leider auch belegt. Der Mann, er war nach dem Krieg in Osnabrück als Soldat stationiert, arrangierte für mich telefonisch die Unterbringung im Seaview Farmhouse B&B. Da wäre ich ohne Empfehlung niemals hingegangen, schon allein weil es auf einem Hügel liegt und dann noch ein Farmhouse ist.

Es war aber in Ordnung, sauber und preiswert und die Landlady sehr freundlich. Da waren dann auch noch zwei Enkel, die sich für den Fremden, Deutschen und Fahrradfahrer interessierten und schüchtern nach dem Rad erkundigten.

Mit dem Linksfahren hatte ich kleine Probleme. Zu Beginn fehlt das Vertrauen, dass die Fahrzeuge, die entgegenkommen, auch wirklich auf der rechten Seite bleiben und auf einsamen Straßen habe ich mich mehrere Male rechts erwischt.

Kilometertabelle Wick - Thurso