Tag 2: Orlando, FL – Mount Dora, FL

Donnerstag, 10. Mai 2007; 119 km – bis jetzt: 144 km

Nach einer kurzen Nacht gibt es das erste Frühstück hier in den USA. Das Frühstück unterscheidet sich hier sehr vom europäischen. Von Käse oder Wurst keine Spur, als Brot nur Toastbrot, kein Vollkorn. Wenn man Süßigkeiten mag dann ist man hier richtig. Es gibt z. B. süße Pfannkuchen und süßes Gebäck.

Die amerikanischen Lastwagen sind viel länger als die europäischen. Es dauert etwas sich daran zu gewöhnen. Wegen ihrer Länge sind sie eine kleine Bedrohung für Radfahrer, insbesondere in Kurven.

Ich suche Pfefferspray gegen die Hunde. In einigen Reiseberichten war zu lesen, dass es hin und wieder zu Hundeattacken kommt und ich will dagegen gewappnet sein. Eine Pfefferspraymarke, die in Fahrradgeschäften hier verkauft wird, nennt sich HALT. Ich habe bereits in Deutschland eine Karte mit den Fahrradgeschäften vorbereitet. Das ist dann aber ein Fiasko. Die ersten beiden Geschäfte haben kein Pfefferspray, die nächsten beiden sind wegen Zahlungsunfähigkeit geschlossen und endlich, nach fast 30 km, finde ich in dem fünften Geschäft das Gewünschte.

Die nächste Überraschung erlebe ich in Mount Dora. Ich kann keine günstige Übernachtungsmöglichkeit finden, auch keinen Zeltplatz. Also übernachte ich im Lakeside Inn, ein teures und exklusives Hotel, genauso wie ich mir die Herrschaftshäuser in den Südstaaten vorstelle.

Der Beginn meiner Tour ist wesentlich schwieriger als erwartet: Ich habe weniger Differenzen zwischen den US und Europa erwartet (Verkehr, Radwege, Verkehrszeichen, Sprache, Wetter) und Florida kann ich bis jetzt, nach diesem ersten Tag, wirklich nicht als fahrradfreundlich bezeichnen. Das hat mich doch etwas überrascht, da ich schon mehrmals in den USA war und den „American way of life“ eigentlich ganz gut kenne. Mit dem Rad sieht das aber unerwartet anders aus.

Und ein Detail fällt mir sofort ins Auge: Fast jeder auf der Straße oder im Auto hat ein Handy und telefoniert unentwegt, auch beim Fahren.