Tag 2: Thurso – Dur­ness

Sonntag, 11. Juni 2006; 120 km – bis jetzt: 220 km

Ø-Geschwindigkeit: 15,4 km/h
Max. Geschwindigkeit 62,0 km/h

Die Highlands erinnern mich stark an die französischen Seealpen, auch wenn die hohen Berge und tiefen Täler fehlen. Es geht ständig auf und ab und die Straßen werden immer schmaler und dann einspurig mit Ausweichstellen. Die Besiedlung wird auch immer dünner, ein paar Dörfer und dazwischen selten ein Hof. Dafür immer mehr Schafe und Hasen. Großbritannien ist voller Schafe und Hasen und diese Hasen laufen ständig über die Straßen. In Deutschland ist das so unbekannt.

Der Wind bläst stark, ohne Ende und von allen Seiten, ansonsten ist das Wetter für hiesige Verhältnisse extrem schön. 4l Wasser habe ich getrunken bei Temperaturen von ca. 20 C.

Die Übernachtung war in Durness geplant, da dies ein relativ großer Fleck auf der Landkarte ist. In Wirklichkeit ist es eine ziemlich zerstreute Siedlung, wie das Bild aus der Ortsmitte zeigt, aber natürlich mit Golfplatz. Vom Automaten wollte ich Geld abheben, der war aber nicht in Betrieb. Für die Übernachtung hatte ich noch genug, aber zum Abendessen könnte es knapp werden und das Post Office (ein Post Office ist im Allgemeinen ein Krämerladen mit Postservices) war zu. Zu Kaufen gab’s also nichts. Ich werde also essen gehen und hoffe, dass die Kreditkarte akzeptiert wird.

Im B&B (mit Restaurant Loch Eriboll Seafoods) funktioniert dann auch noch die Dusche nicht. Man lässt mich jedoch ins Badezimmer für das Personal, der Weg führt durch den Gastraum, die Gäste grinsen, und die Küche, das Personal grinst auch. Eine Brause in der Wanne zum Abduschen ist nicht vorhanden. Hier in Durness ist alles etwas improvisiert, der Fischteller (alles frisch) dann aber köstlich und die Kreditkarte wird akzeptiert. Ich bin mit der Welt zufrieden.

Nachtrag: Am nächsten Tag war mir dann klar warum hier vieles Anders ist: Die nächste größere Ortschaft ist ca. 100 km entfernt, ich war fast an einem Ende der Welt.

Kilometertabelle Thurso - Durness