Tag 4+5: Seville, FL – Hawthorne, FL

Tag 4: Seville, FL – St. Augustine Beach, FL

Samstag, 12. Mai 2007; 112 km – bis jetzt: 364 km

Ich wache um 6 Uhr auf und frühstücke die mitgebrachten Sachen (Milch, Joghurt, Brötchen, Käse, Dosenananas, Äpfel) und, nachdem ich meine Sachen zusammengepackt habe, geht es um 8 Uhr weiter.

Heute erreiche ich den Atlantik bei Flagler Beach. Wie jeden Tag ist das Wetter wieder sehr schön, an der Küste weht heftiger Gegenwind.

Der erste Zwischenfall ist am späten Vormittag. Ich fahre an einem kleinen Haus vorbei, vor dem Haus sitzt ein Mann mit einem kleinen Hund. Der Hund bellt und will zu mir laufen, aber der Mann ruft ihn zurück. Nach einer Weile kümmert den Hund sein Herrchen nicht mehr und er kommt kläffend auf mich zu, bis auf etwa 2 m Entfernung. Das Pfefferspray, das ich gestern gekauft habe, war in der Lenkertasche. Es geht alles viel zu schnell um es anwenden zu können. Um künftig schneller zu sein, habe ich es jetzt am Lenker befestigt.

Der zweite Vorfall ist am späten Nachmittag: das Hinterrad ist platt. Es ist Samstag und ich möchte noch einen Ersatzschlauch kaufen. Fünf Minuten vor Verkaufsschluss erreichte ich ein Fahrradgeschäft, die sind in den USA nicht so sehr verbreitet.

Tag 5: St. Augustine Beach, FL – Hawthorne, FL

Sonntag, 13. Mai 2007; 135 km – bis jetzt: 499 km

Wie üblich stehe ich so um 7 Uhr auf, frühstücke und packe meine Satteltaschen. Heute ist ein wundervoller Morgen mit herrlichem Wetter, Windstille und sehr freundlichen Nachbarn auf dem Campingplatz. Und es ist einfach schön am Ufer des St. Johns River entlang zu radeln.

Das änderte sich dann am Nachmittag nachhaltig. Auf der SR 100 kommen zwei große Hunde bellend vom Grundstück auf die Straße und laufen mir hinterher. Zuerst befürchte ich das Schlimmste, habe aber in den nächsten Sekunden das Pfefferspray in der Hand und der Sprüheffekt tritt unmittelbar ein. Aber der Rest des Tages ist mir vermiest.

Mit meinem neuen Telefon habe ich dann einen Zeltplatz beim Ranch Motel und Camping Park bei Hawthorne reserviert. Dieser Zeltplatz ist eine weitere unliebsame Überraschung. Die sanitären Anlagen sind total zerstört, eigentlich völlig unbrauchbar und es kostet mich einige Überwindung sie doch zu benutzen. In Deutschland hätte die Gesundheitspolizei so etwas geschlossen, ich war überrascht, dass hier so etwas möglich ist. Zudem sprach kaum jemand auf dem Campingplatz englisch. Ich glaube in dieser Nacht war es um meine Sicherheit nicht allzu gut bestellt.