Ulm – Passau

Samstag, 12. Juli bis Mittwoch, 16. Juli 2008; 422 km

Der Tag in Thalfingen beginnt mit einem ordentlichen, kräftigen Frühstück zusammen mit einem älteren Ehepaar. Er war Postler und ist jetzt frühpensioniert. Ich brauche keinen Spiegel um zu wissen, dass ich gegrinst habe. Verraten habe ich nichts.

Trotz des Regens bin ich nach dem Frühstück losgefahren, das hat seit gestern Tradition. Der Regen lässt erst so gegen 14:00h nach, im Ried hat es bereits kleine Überschwemmungen, ich bin mitten drin. Da bin ich auch ganz alleine, weit und breit kein Radfahrer. Meine Regenkleidung (nur Funktionswäsche, Sandalen, wasserdichte Jacke, Helm) bewährt sich immer wieder: nur das Nasswerden ist unangenehm, das Nass sein lässt sich gut aushalten. Allerdings bedarf es einer Mindesttemperatur, sonst wird es unangenehm klamm.

Die Strecke ist zunächst flach, nach Donauwörth kommen ein paar kräftige Anstiege. Übernachtet habe ich in einem Landgasthof in Marxheim. Da konnte ich wieder einmal meine Sachen trocknen. Fürs Zelten bin ich etwas zu nass.

Die nächste Tagesetappe führt nach Herrensaal bei Kelheim. Dort bietet ein Bauernhof eine Campingmöglichkeit auf seinem Hof. Der Bauernhof liegt direkt am Donauradweg und so habe ich da einige RadfahrerInnen, die hier ebenfalls übernachten, getroffen. Bemerkenswert sind noch die Steigungen des offiziellen Radweges vor Kelheim: ein ungeteerter Wanderweg, etwas halsbrecherisch. Hierdurch lässt sich allerdings die gefährliche Hauptstraße vermeiden.

Die Etappe von Kelheim bis Deggendorf hat dann wieder kaum sportliche Herausforderungen, es bleibt stets ziemlich eben. Zudem weht heute der Wind in den Nacken. Die einzigen kleinen Erschwernisse sind die ungeteeren Radwege. Der Campingplatz in Deggendorf liegt direkt bei einer Eisenbahnbrücke. Da wurde es in der Nacht sehr laut.

Das Wetter wird zusehends besser. Heute, am Mittwoch, ist es schön warm und ich habe sogar noch Rückenwind. Zudem ist die Strecke gemütlich flach. Zur Abwechslung bin ich heute mit einer Radfahrerin um die Wette gefahren bin. Leider habe ich sie bald verloren.

In Passau war ich in der Tourist-Information. Die haben mir das offizielle und kostenlose Handbuch des österreichischen Donauradwegs in die Hand gedrückt. Dieses Werk liefert insbesondere Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten und ergänzt meine Straßenkarten. Übrigens ist der Donauradweg hervorragend ausgeschildert. Es ist auch kein Problem ihn ganz ohne Karte abzuradeln.